Die Geschichte von Roldem

Entdeckung und Erforschung

Roldem liegt in der nordöstlichen Ecke des Nordkontinents und zeichnet sich vor allem durch eine sehr gebirgige Landesnatur aus. Hohe Gebirgswälle grenzen das Land sowohl zur Küste als auch zum kontinentalen Ausland hin ab. Aufgrund dieser isolierten Lage blieb das heutige Roldem in den vergangenen Jahrhunderten weitgehend unbesiedelt. Ein Grund dafür war auch das strenge Klima sowie die geringe Ausbeute aus der Landwirtschaft. Erst im 16. Jahrhundert wurde das Land aus seiner friedlichen Ruhe gerissen. In dieser Zeit begann das damalige Königreich Imperia mit ausgedehnten Erkundungsmissionen, um die Küsten des Nordkontinents zu kartographieren. Im Jahre 1574 erreichten die ersten imperianischen Schiffe die Küsten von Roldem und begannen auf das weitgehend menschenleere Land aufmerksam zu werden. Es dauerte aber noch bis zum Jahr 1619 ehe Roldem tatsächlich in den imperianischem Herrschaftsbereich kam. In diesem Jahr fertigte Kapitän Jack Daniels eine erste Karte der Region an und nahm das Land für seinen König in Besitz. Im Jahre 1621 kam es dann auch zur Errichtung der ersten festen Siedlung, die Port Viktoria genannt wurde. Bis heute ist Port Viktoria die Hauptstadt des Landes.

Die Anfänge der Kolonie

Die Errichtung von Port Viktoria war der Anfang des imperianischen Kolonialismus. Aufgrund der militärischen Seeüberlegenheit konnten die Imperianer auch ihren Alleinanspruch auf Roldem durchsetzen, obwohl die damaligen Konkurrenten von Imperia (nämlich Heroth und Katista) räumlich viel näher lagen. Die ersten zwei Jahrhunderte der Kolonialisierung Roldems liefen allerdings sehr ruhig und unspektakulär ab. Die Machthaber in Imperia sahen in Roldem weniger einen strategischen Wert, sondern hatten hauptsächlich wirtschaftliche Interessen. Man beutete die reichen Ressourcen das Landes aus und beschränkte sich auf die Ansiedelung von Arbeitskräften. Ein allgemeiner Zuzug von Kolonialisten war nicht erwünscht. Alle imperianischen Kolonialaktivitäten jener Zeit beschränkten sich desweiteren auch nur auf den Raum des heutigen Port Viktoria sowie auf die vorgelagerten Inseln. Die Südküste Roldems wurde gemieden, da in diesem Bereich innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Schiffe gefährlichen Unterwasser-Klippen zum Opfer fielen. Nachdem der südliche Bereich Roldems aufgrund der Gebirgswälle auch am Landweg nicht erreichbar war, blieb die Region des heutigen Bloomsburgh und Montary auch in jener Zeit noch weitgehend unbesiedelt. Die einzigen Menschen dort waren ein paar wenige Chan Senesen sowie die nomandenhaft lebenden Ureinwohner, die sich selbst Rohani nennen und heute meist als Native Roldemians bezeichnet werden. Nachdem sich die Imperianer auf die Region von Port Viktoria konzentrierten, gab es keine nennenswerten Zusammenstöße mit den Rohani.

Im späten 18. Jahrhunderte änderte Imperia jedoch seine Kolonialpolitik. Es wurde nun jedem freien Bürger Imperias freigestellt sich in Roldem anzusiedeln. Die Gründe dafür lagen in den neuen Bedrohungen an den Landgrenzen der Kolonie. Im Norden drangen erste drullische Entdecker in die Hochebene von Roldem ein, während sich vom Süden aus ein verstärkter Druck aus dem chan senesischem Bevölkerungsraum bemerkbar machte. Die Regierung von Imperia wollte ihren Anspruch auf das Land durch Bevölkerungspolitik absichern, was zu einem schnellen Anwachsen der Kolonialbevölkerung führte, die sich vorerst auf die Region um Port Viktoria beschränkte.

Die Erschließung des Landes

In dieser Zeit der verstärkten Einwanderung von Imperianern in die Kolonie machte sich auch im Mutterland eine Veränderung der Gesellschaft bemerkbar. Das bislang absolutistische Regierungssystem kam zunehmend unter Druck, doch trotz lokaler Aufstände kam es zu keiner umfassenden Revolution. Allerdings hatten diese Ereignisse für Roldem große Auswirkungen. Immer mehr unzufriedene Menschen kehrten der alten Heimat den Rücken und wagten die lange Überfahrt nach Roldem. Es handelte sich hierbei fast durchgehend um Menschen, die nach mehr Freiheit suchten, aber es waren auch Abenteurer und Glücksritter dabei. Die chaotischen Zustände in Imperia führten aber auch dazu, dass die Zentralregierung ihre weit entfernte Kolonie nicht mehr mit absoluter Macht kontrollieren und regieren konnte. Ganz langsam und von der Zentralregierung weitgehend unbeachtet entwickelten sich in Roldem gesellschaftlichen Freiheitsrechte, die im damaligen Mutterland unmöglich gewesen wären. Am Ende dieser Entwicklung (etwa um das Jahr 1800) akzeptierte Imperia die Eigenständigkeit der roldemischen Gesellschaft (wie z.B. die Glaubensfreiheit, Redefreiheit, etc.) und begnügte sich mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kolonie. Die Formel lautete: Freiheit gegen Geld und Güter.

Dieser Sonderstatus der Kolonie war in den nächsten Jahren und Jahrzehnten der Hauptgrund für die massive Einwanderung von Kolonialisten. Die Zentralregierung in Imperia hinderte die Auswanderer auch nicht nach Roldem zu gehen, da man liberale Störenfriede so ganz bequem los wurde. Im Jahr 1811 gehörte Samuel Nephi Montary zu einer Gruppe solcher Auswanderer. Er führte eine protestantische Glaubensgemeinschaft an (sie sog. Holy Episcopal Church) und verließ mit seinen Anhängern Imperia. Die Episkopalen siedelten sich zuerst im Raum vom Port Viktoria an und worben weitere Mitglieder an. Diese Missionierung führte jedoch zu Reibereien mit den übrigen Kolonialisten, die weitgehend der Imperianisch-Reformierten Kirche angehörten, die zwar ebenfalls protestantisch war, aber noch der alten imperianischen Staatskirche ähnelte. Um weitere Konflikte zu vermeiden beschlossen die Episkopalen in das noch menschenleere Hochland von Roldem zu ziehen, um in Ruhe und Abgeschiedenheit ihr Gemeinwesen zu errichten. Im Frühjahr 1829 setzte sich der Treck in Bewegung, der nach beschwerlicher Wanderung im Sommer des Jahres das heutige Montary Valley erreichte. Dort gründeten die Episkopalen die Stadt Montary und kultivierten die umliegenden Täler. In den folgenden Jahrzehnten waren es hauptsächlich Episkopalen, die in den noch unzugänglichen Tälern des roldemischen Hochlandes feste Siedlungen anlegten. Zu einer massiven Besiedelung von Zentralroldem kam es jedoch erst, nachdem im Jahre 1857 im Southroldem-Tal Gold gefunden wurde. Von nun strömten Tausende von Menschen auf der Suche nach Gold und Reichtum in die Region. Ein negativer Seiteneffekt dieser Entwicklung waren die Auseinandersetzungen mit den Native Roldemians, die in das benachbarte Drull oder in Reservate im Paisley-Tal abgedrängt wurden.

Industrialisierung und Modernisierung

Die grundlegende Modernisierung und gesellschaftliche Umgestaltung der Welt am Ende des 19. Jahrhunderts machte natürlich auch nicht vor Roldem halt. Schon in den 50ern Jahren des 19. Jahrhunderts wurden die bislang vernachlässigten Regionen im Süden Roldems systematisch besiedelt, während sich im Hochland von Zentralroldem die Stadt Montary als Basis für die konsequente Erschließung des Landes erwies. Langsam entstanden nun überall befestigte Straßen und mit dem Straßenbau am Grand Pass wurde nun auch erstmals eine Straßenverbindung zwischen den beiden Küstenteilen Roldems geschaffen. Eine Eisenbahnstrecke zwischen Port Viktoria zwischen Bloomsburgh war zwar schon damals in Planung, wurde aber aus verschiedenen Gründen noch nicht realisiert. Es existierte nur eine Bahnlinie von Bloomsburgh nach Chan Sen, sowie eine von Port Viktoria nach St. Christopher.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden auch jene Staatsverträge geschlossen, die noch heute die Grenzen von Roldem mit Chan Sen (heute Bestandteil der Vereinigten Staaten von Astor) sowie mit dem Drullischen Imperium festlegen. In dieser Zeit kam es auch in der Politik zu auffallenden Änderungen. Im Jahre 1864 wurde das gesamte Hochland von Roldem - und damit vor allem die Stadt Montary - offiziell unter imperianischer Staatsverwaltung gestellt. Bis dahin haben sich diese Gebiete mehr oder weniger selbst verwaltet. Allerdings war die damalige Kolonialverwaltung bereits sehr liberal, da im Mutterland inzwischen die konstitutionelle Monarchie etabliert war.

Das 20. Jahrhundert

Das 20. Jahrhundert begann für die Roldemier eigentlich erst im Jahre 1905. In diesem überaus bedeutendem Jahr verabschiedete das Parlament von Imperia den sogenannten Roldem Act, mit dem nach genau 286 Jahren die Zeit der Kolonie endete. Roldem wurde nun ein vollwertiger Landesbezirk von Imperia und erhielt noch einige besondere Vorrechte, die sich aus der weiten räumlichen Entfernung Roldems von Imperia ergaben. So konnte das Land seit damals seine innere Verwaltung weitgehend selbst regeln und auch eigene Steuern einheben. Die Außen- und Verteidigungspolitik blieb jedoch ausschließliche Kompetenz des imperianischen Kernlandes. Der Roldem Act aus dem Jahr 1905 ist deshalb das Fundament des ausgeprägten Föderalismus und Freiheitsdranges der Roldemier. Es gibt bis heute Landesbürger, die den Anschluss Roldems an die DUR heftig kritisieren, wobei immer wieder der Verlust an Eigenständigkeit angeführt wird. Tatsächlich hat das Jahr 2000 große politische Veränderungen gebracht. Zusammen mit Imperia wurde Roldem in diesem Jahr Unionsland der Demokratischen Union und erhielt somit eine neue Verfassung. Es kam zu größeren Änderungen im Rechtsbestand des Landes und die Menschen mussten sich auch an eine neue Währung gewöhnen. Doch alles in allem hat sich dieser Schritt ausgezahlt, der nicht zuletzt auch einen massiven Wirtschaftsaufschwung herbeiführte.

Abseits vom politischen Geschehen wurde im 20. Jahrhundert die Infrastruktur des Landes auf modernsten Stand gebracht. Erwähnt seien hier nur der Autobahnbau, der Bau der Eisenbahnstrecke von Port Viktoria nach Bloomsburgh, die Errichtung der Flughäfen sowie der Anschluss des Landes an die internationale Fernwärme und Erdgas/Erdöl-Versorgung. Mit Staudamm-Bauten in den Bergen von Roldem wurde auch das Energieproblem einem Ende zugeführt.